Publié le 26.07.2026 · Dernière revue des sources : 26.07.2026 · Notre méthode

Schweizer Lohnabrechnung: warum dein Netto tiefer ist, als du denkst

Auf einer Schweizer Lohnabrechnung verliert dein Brutto zuerst die Sozialbeiträge: AHV/IV/EO (1. Säule), Arbeitslosenversicherung, BVG (2. Säule) und Unfallversicherung. Je nach Status kommt die Quellensteuer hinzu, direkt abgezogen. Hier ist jede Zeile entschlüsselt, mit den Sätzen 2026 und einem Rechenbeispiel.

Die Schweizer Sozialbeiträge sind leichter als in Frankreich, aber zwei Dinge überraschen. Die 2. Säule (BVG) steigt mit dem Alter, und die Krankenversicherung (KVG) steht nicht auf der Lohnabrechnung — du zahlst sie separat. Jeder Satz unten stammt aus einer offiziellen Quelle, konsultiert am 26. Juli 2026.

Was wird wirklich von deinem Brutto abgezogen?

Der Bruttolohn ist das, was dein Vertrag ausweist. Der Nettolohn ist das, was auf deinem Konto landet. Dazwischen liegen zwei Arten von Abzügen.

Nimm die Sozialbeiträge der Reihe nach.

AHV/IV/EO: die 1. Säule, halbe-halbe

Das ist der Sockel von Rente und Solidarität. Drei Versicherungen zusammengefasst:

Dein Arbeitnehmeranteil beträgt 5,3 % im Jahr 2026: 4,35 % AHV + 0,7 % IV + 0,25 % EO (Quelle: Informationsstelle AHV/IV, Merkblatt 2.01). Dein Arbeitgeber zahlt genau denselben Betrag — die Last ist symmetrisch. Die Basis ist dein ganzer Lohn, ohne Obergrenze: Je mehr du verdienst, desto mehr zahlst du, ohne Grenze.

Gut zu wissen: Die Mutterschaftsentschädigung und die Entschädigung an den anderen Elternteil werden von der EO finanziert. Sie sind bereits in den 0,25 % enthalten — das ist keine zusätzliche Zeile.

ALV: die Arbeitslosenversicherung, bis zu einer Obergrenze

Die ALV (Arbeitslosenversicherung) deckt dich bei Stellenverlust. Dein Anteil: 1,1 %, mit 1,1 % auf Arbeitgeberseite (2,2 % insgesamt). Sie gilt auf dem Lohn bis CHF 148 200 pro Jahr (CHF 12 350 pro Monat) — der maximal versicherte Verdienst (Quelle: SECO). Über dieser Obergrenze kein Beitrag mehr: Das «Solidaritätsprozent», das die hohen Löhne traf, wurde am 1. Januar 2023 abgeschafft (Quelle: SECO).

BVG: die 2. Säule, der Abzug, der mit dem Alter steigt

Das BVG (Gesetz über die berufliche Vorsorge) organisiert deine betriebliche Vorsorge — die berühmte 2. Säule. Es ist oft der grösste Abzug und der am meisten missverstandene.

AlterAltersgutschrift (vom koordinierten Lohn)
25 bis 34 Jahre7 %
35 bis 44 Jahre10 %
45 bis 54 Jahre15 %
55 bis 65 Jahre18 %

Dein Arbeitgeber zahlt mindestens die Hälfte des Beitrags (Art. 66 LPP); der Rest wird auf deiner Abrechnung abgezogen. Ergebnis: Zwei Kollegen mit gleichem Brutto haben nicht dasselbe Netto — der ältere zahlt mehr. Das ist der Grund Nr. 1 für die Differenz, die du nicht verstehst.

Zu beachten: Diese altersabhängigen Sätze sind die geltenden. Die BVG-Reform, die sie durch zwei Stufen ersetzen wollte, wurde in der Abstimmung vom 22. September 2024 abgelehnt — der Tarif nach Altersstufe bleibt also die Regel.

UVG: die Unfallversicherung, zwei Töpfe

Das UVG (Unfallversicherungsgesetz) liest sich in zwei Teilen:

Die Basis ist der Lohn bis CHF 148 200 pro Jahr. Der NBUV-Satz ist keine einheitliche Bundeszahl: Er wird vom Versicherer je nach Branchenrisiko festgelegt. Auf deiner Abrechnung erscheint er in einer Zeile, oft bescheiden.

Und Mutterschaft, Krankheit, GAV?

Quellensteuer: für wen und wie?

Die Quellensteuer ist eine Einkommenssteuer, die direkt auf deinem Lohn vom Arbeitgeber abgezogen und der kantonalen Steuerbehörde überwiesen wird. Sie betrifft (Quelle: AFC/ESTV, ge.ch):

Der Tarif hängt vom Kanton und deiner Situation ab: Zivilstand, Kinderzahl, Zugehörigkeit zu einer anerkannten Kirche, weitere Haushaltseinkommen. Die Tarife 2026 werden von der AFC veröffentlicht. Ein in der Schweiz Ansässiger oder Inhaber einer C-Bewilligung wird hingegen nicht an der Quelle besteuert: Er reicht eine Steuererklärung ein (ordentliche Veranlagung).

Grenzgänger (G-Bewilligung) oder Ansässiger: was ändert sich?

Wichtiger, oft missverstandener Punkt: Bei den Sozialbeiträgen ändert sich nichts. Du arbeitest in der Schweiz, also zahlst du Beiträge an die AHV/IV/EO, die ALV, das BVG und das UVG wie ein Ansässiger, zu denselben Sätzen. Der Unterschied ist steuerlich.

Alle Einzelheiten, Kanton für Kanton: unser Leitfaden zu den Steuern des Grenzgängers.

Die Tabelle der Abzüge (2026)

PostenArbeitnehmersatz 2026BerechnungsbasisWer zahlt
AHV/IV/EO (1. Säule)5,3 %ganzer Lohn, ohne ObergrenzeArbeitnehmer + Arbeitgeber (gleicher Anteil)
ALV (Arbeitslosigkeit)1,1 %Lohn bis CHF 148 200/JahrArbeitnehmer + Arbeitgeber (gleicher Anteil)
BVG (2. Säule)7 bis 18 % je nach Alter, dein Anteil ≥ die Hälftekoordinierter Lohn (CHF 26 460 bis 90 720)Arbeitnehmer + Arbeitgeber (Arbeitgeber ≥ 50 %)
UVG — NBUV (Nichtberufsunfälle)vom Versicherer festgelegtLohn bis CHF 148 200/JahrArbeitnehmer
UVG — BUV (Berufsunfälle)Lohn bis CHF 148 200/JahrArbeitgeber
KTG / Krankentaggeldgemäss GAV oder Vertraggemäss Vertragoft geteilt
Quellensteuerkantonaler TarifBruttolohnArbeitnehmer (je nach Status)

Ein Rechenbeispiel: Brutto CHF 84 000/Jahr, ledig, 40 Jahre

Gehen wir es Zeile für Zeile durch, für einen Jahreslohn von CHF 84 000 (Alter 40 Jahre, also BVG zu 10 %):

Total der Sozialabzüge: rund CHF 9 250, also fast 11 % des Bruttos. Dein «soziales» Netto erreicht damit ungefähr CHF 74 750 pro Jahr.

Danach, je nach Status: Quellensteuer (in Genf oder mit einer B-Bewilligung) ODER Steuer in Frankreich (Grenzgänger der acht Kantone des Abkommens von 1983). Und separat, ausserhalb der Lohnabrechnung, die KVG-Prämie, die du jeden Monat begleichst.

Zum Merken

Praktische Tipps

Häufige Fehler

Netto auf der Abrechnung und wirklich verfügbares Geld verwechseln. Das KVG wird separat gezahlt: Das «Papier»-Netto in der Schweiz enthält deine Krankenversicherung nicht, anders als die französische Abrechnung.
Glauben, das BVG sei ein fester Satz. Es steigt mit dem Alter (7 % bis 18 % des koordinierten Lohns) und hängt vom Plan der Kasse ab — daher sehr unterschiedliche Nettos bei gleichem Brutto.
Denken, ein Grenzgänger zahle weniger Beiträge. Die Sozialbeiträge sind dieselben wie bei einem Ansässigen; nur die Besteuerung ändert sich je nach Kanton.
Die Obergrenze von CHF 148 200 vergessen. Darüber kein ALV-Beitrag und keine Unfalldeckung mehr auf dem übersteigenden Teil — ein Detail, das für hohe Löhne zählt.

Häufige Fragen

Warum ist mein Schweizer Nettolohn tiefer als gedacht? Zwei Gründe überraschen Neuankömmlinge. Erstens steigt die 2. Säule (BVG) mit dem Alter: von 7 % des koordinierten Lohns mit 25 Jahren bis 18 % ab 55 Jahren (Quelle: OFAS, Art. 16 LPP). Zweitens steht die Krankenversicherung (KVG) NICHT auf der Schweizer Lohnabrechnung: Du zahlst sie separat, jeden Monat, zusätzlich. Das ausgewiesene Netto ist also nicht das, was dir wirklich bleibt.
Zahlt ein Grenzgänger (G-Bewilligung) dieselben Beiträge wie ein Ansässiger? Bei den Sozialbeiträgen ja: Du arbeitest in der Schweiz, also zahlst du wie ein Ansässiger Beiträge an die AHV/IV/EO, die Arbeitslosenversicherung, die 2. Säule und die Unfallversicherung, zu denselben Sätzen. Der Unterschied ist steuerlich. In Genf wird die Quellensteuer in der Schweiz erhoben; in den acht Kantonen des Abkommens von 1983 wirst du in Frankreich besteuert, nicht an der Quelle.
Wird die Krankenversicherung in der Schweiz von meiner Lohnabrechnung abgezogen? Nein. Anders als in Frankreich ist das KVG (obligatorische Grundversicherung) kein Lohnabzug: Es ist eine individuelle Prämie, die du deiner Kasse zahlst, getrennt von deiner Lohnabrechnung. Sie senkt dein «Papier»-Netto nicht, aber sie geht jeden Monat von deinem Konto ab. Das ist ein separat zu budgetierender Posten.
Wer zahlt die Quellensteuer in der Schweiz? Ausländische Arbeitnehmende ohne Niederlassungsbewilligung (C-Bewilligung), die nicht mit einer Schweizerin oder einer Person mit C-Bewilligung verheiratet sind — also die B-, L-Bewilligungen und ähnliche — sowie Nichtansässige, die ein Schweizer Einkommen beziehen: Grenzgänger, Wochenaufenthalter, Kurzaufenthalte. Der Arbeitgeber behält die Steuer ein und überweist sie der kantonalen Steuerbehörde. Der Tarif hängt vom Kanton und deiner Situation ab (Quelle: AFC/ESTV, ge.ch).

Rechne dein Brutto zum Netto, Zeile für Zeile. Der Relokea-Rechner wendet die Sätze 2026 an — AHV, ALV, BVG, UVG — und die Quellensteuer deines Kantons. Du siehst jeden Abzug, nicht nur das Total.

Nettolohn berechnen

Offizielle Quellen

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